
Das Anomalie Genre bekommt neuen Zuwachs mit dem Indie Horror Titel Photomaly, der das bewährte Suchen nach Anomalien mit dem Alltag eines Fotografen verbindet.
Fans der Indie Horror Sparte können sich mit dem neuesten Spiel von Solo Entwickler Revira Interactive auf einige interessante Überraschungen gefasst machen.
In einem Zeitraum von 6 Tagen gilt es Kunden abzulichten, Negative zu entwickeln, Fotos zu drucken, Anomalien zu finden… und mitunter den einen oder anderen Albtraum zu durchleben.
Story
Die Story von Photomaly beginnt gewollt unspektakulär und langsam.
Wir besitzen ein Fotostudio und lichten Kunden ab, während nach und nach immer seltsamere Dinge passieren.
Am ersten Tag bedeutet das aufstehen, den Sicherungskasten im Hinterhof anschalten und kurz den Laden durchwischen bevor der Shop öffnen kann.
Die abschließbare Tür zum Hinterhof, sowie der fehleranfällige Sicherungskasten lassen dabei schon erahnen, dass wir uns in einem Horrorspiel befinden.
Ein mysteriöses Foto auf der Theke, dass zu Beginn verpixelt ist, rundet den Anfang des Spiels ab.
Gameplay
Fotografieren im Studio
Das Gameplay in Photomaly besteht größtenteils aus der Arbeit für das Fotostudio.
Das heißt Kunden begrüßen, Fotos nach deren Wünschen aufnehmen und in passender Größe und Zahl ausdrucken.
Die Kamera besitzt dafür zwei Modi, Landschaft und Portrait.
Einen Blitz gibt es nicht, weswegen ich Anfangs meine Taschenlampe als Lichtquelle verwendet habe.
Nach dem Fotografieren müssen die Fotos auf dem PC im Shop geladen werden. Von dort aus kann man die Bilder bearbeiten, sowie die Größe und Anzahl für den Druck bestimmen.
Das Bearbeiten ist relativ begrenzt: Man kann schneiden, zoomen und auf dem Bild malen.
Ansonsten bietet der PC ein Malprogramm, die Möglichkeit Bilder als Desktop Hintergrund zu setzen und einen Online Shop für Fotografie Bedarf.
Im Online Shop kann Equipment für das Studio gekauft, sowie diverse Materialien wie Tinte, Umschläge und Papier die ausgehen können nachbestellt werden.
Leider hat mich das Equipment nicht von den Socken gehauen. Als erstes habe ich Studio Leuchten gekauft um die Beleuchtung der Fotos zu verbessern, die haben dann gefühlt nicht viel an der Beleuchtungssituation geändert und waren eher Deko.
Die Bilderrahmen, die gekauft werden können um das Studio zu verschönern, sind jedoch eine gute Option. Man kann jedes Foto dass man geknipst hat ausdrucken und in einen der Bilderrahmen ausstellen.

Ab und zu gibt es auch Druckaufträge. Manche Kunden wollen nur Fotos von einem mitgebrachten USB-Stick ausgedruckt haben.

Bilder entwickeln
Im Laufe des Spiel darf man auch Negative entwickeln, für die es einen eigenen Raum gibt. Hier gilt es die Negative in 3 verschiedenen Bädern zu entwickeln und dann zum trocknen aufzuhängen, damit der Kunde sie dann im Umschlag ausgeändigt bekommen kann.
Hier hatte ich beim Tutorial kurz nicht aufgepasst und bin dann erst einmal am vermeintlichen Trocknungsregal verzweifelt.
Das große Regal das nur zur Deko im Raum steht habe ich mit der Trocknungsleine an der Wand verwechselt, von welcher ich dachte dass sie einfach eine Wanddekoration ist.

Anomalien suchen
Der namensgebende Teil von Photomaly sind aber natürlich die Anomalien. Diese werden als letzter Teil des Gameplay Loop eingeführt und gehen deswegen nicht über alle Tage.
Im Grunde genommen haben wir hier eine abgespeckte sowie leicht abgewandelte Version von I’m On Observation Duty.
Am PC können diverse Sicherheitskamera’s durchgesehen werden während am unteren Bildschirmrand die Anzahl der Anomalien für den Tag stehen. Sobald man eine Anomalie gefunden hat, muss diese vor Ort aufgesucht und die Stelle fotografiert werden. Das macht die unsichtbare Anomalie auf dem Foto sichtbar, dass wir dann benutzen um die Anomalie über den PC zu melden.
Die Anomalien sind jedoch nicht zufallsgeneriert: Sie spawnen an festen Tagen, immer an der selben Stelle.
Orte
Das Spiel findet für den größten Teil im Fotostudio, sowie dem Hinterhof und dem angrenzenden Schlafzimmer statt.
Um das Gameplay etwas aufzulockern, gibt es jedoch immer wieder Traumpassagen in denen man andere Kulissen begeht.
Optik
Optisch ist Photomaly klar inspiriert von gängigen Designs der Indie Horror Szene wie dem PSX Style. Dieser soll retro und schmuddelig wirken und dadurch den typischen Uncanny Valley Effekt alter Spiele einfangen.
Sound
Musik und Soundeffekte
Die musikalische Untermalung ist in Photomaly eher spärlich ausgelegt. Abgesehen von einem Kunden der seine Musik mitbringt und den Songs im Hauptmenü und Ende, gab es keinerlei Musik. Mich persönlich hat es nicht gestört da es gut zu dem typischen Low Poly Indie Horror Vibes passt, die man bereits von anderen Spielen im Genre kennt.
Die Soundeffekte sind stimmig, können jedoch ein Hit and Miss sein.
Sehr gut finde ich den Einsatz der Soundeffekte bei den Anomalien, bei den Jumpscares hingegen war ich manchmal eher genervt von dem typischen schrillen Ton.
Voice Acting
Es gibt keine Synchronisation aber als Veteran Indie Horror Spieler ist mir das auch gar nicht wirklich aufgefallen, fast alle Indie Projekte kommen sehr gut ohne Voice Acting aus und Photomaly bildet da keine Ausnahme. Wer sich also gerne durch Indie Horror gruselt wird sich nicht an dem fehlenden Voice Acting stören.
Bugs & Softlocks
Ich hatte eine sehr gute Erfahrung mit Photomaly in der mir keinerlei Bugs oder Softlocks begegnet sind.
Auch nicht als ich beim Versuch das schlechte Ende zu bekommen, extra einiges an Blödsinn veranstaltet habe. Das Spiel ist darauf ausgelegt einige „Fehler“ zu verzeihen.

Fazit
Zusammenfassung
Photomaly ist mit ca 2 – 3 Stunden ein kurzweiliges aber spaßiges Horrorerlebnis.
Der wilde Mix aus Film-, Internet- und Spiel-Inspirationen hat mich tatsächlich an einigen Stellen überraschen können.
Die Story selbst war für mich etwas vorhersehbar, das macht dem Spaß aber keinen Abbruch.
Bei den Jumpscares werden sich einige Geister scheiden.
Indie Horror Liebhaber werden die Jumpscares nicht stören, viele lieben diese sogar. Für Horror Neulinge könnte der großzügige Gebrauch an Jumpscares jedoch etwas überfordernd und abschreckend wirken.
Hobby sowie Profi-Fotografen sollten etwas ihr Hirn abschalten um Photomaly genießen zu können. Die gegebenen Einschränkungen machen für gute Fotos wenig Sinn, der Fokus liegt eher dabei sich als Spieler mit der Kamera auszutoben als die Kunden perfekt abzulichten.
Generell kann man mit Photomaly nicht viel falsch machen wenn man Spaß an kürzeren Horror Sessions hat und gerne Job Simulatoren spielt. Zudem arbeitet Revira Interactive bereits an einem endlos Modus bei dem der Fotostudio Job unendlich lange gespielt werden kann.
Empfohlen für:
• Indie Horror Lover • Kurzzeit Spieler
• Fans von Anomalie Horror (Light)
• Mystery Liebhaber • PSX/Low Poly Fans • Job Simulator Spieler
• Gamer die goofy in ihrem Horror mögen
Nicht Empfohlen für:
• Hobby/Profi Fotografen die realitätsnahes Gameplay erwarten
• Jumpscare Hater • Langzeit Spieler
• Spieler die moderne Grafik brauchen
• Gamer die eine ernste tiefgehende Story wollen
• Hardcore Anomalie Horror Spieler• Job Simulator Hasser
Photomaly
Genre: PSX Indie Horror – Anomaly Horror / Horror Job Sim
Platform: Steam
Sprachen: Deutsch, Englisch und 11 weitere
Playtime: Ca. 2 – 3 Stunden
Enden: 2
Developer: Solo Developer Enes Tural / Revira Interactive
Sonstiges: Ein endlos Job Modus wird noch eingeführt







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